Personen und Gruppen

 

Als Kind habe ich folgendes Märchen gehört und seither nicht vergessen:

Eines Tages sitzen die Tiere des Waldes während der Mittagszeit beieinander, um zu ruhen. Plötzlich stellt der Buchfink eine Frage: Was ist das Leben? Eine Zeit lang schweigen die Tiere betroffen. Dann meldet sich als erste die Rose und sagt: Das Leben ist Entwicklung. Ein Schmetterling flattert herbei und sagt: Das Leben ist Freude und Sonnenschein. Eine Ameise trägt schwer an ihrer Last und sagt: Das Leben ist nichts als Mühe und Arbeit. Eine Biene erhebt sich von einer Blüte und ergänzt: Das Leben ist ein ständiger Wechsel von Arbeit und Vergnügen. Das Thema nervt die Elster und sie spottet, was das denn für eine unsinnige Frage sei – und fast entsteht darüber ein Streit unter den Tieren.

Da ziehen Wolken auf, es beginnt leise zu regnen, und der Regen sagt: Das Leben besteht aus Tränen, nichts als Tränen. Wenig später wird es Nacht, der Uhu fliegt herbei und in die Finsternis hinein sagt er: Das Leben ist die Gelegenheit nützen, wenn andere schlafen.

So vergeht die Nacht und mit der Dämmerung des neuen Tages kommt der Morgenwind und sagt: Was ist das Leben? Das Leben ist ein einziges Rätsel…

 

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